Das Problem Schimmel: Schimmeltest zum selbst machen?

Sobald ein Schimmelbefall bemerkt oder bei einem Schimmeltest festgestellt wird, kommen bei betroffenen Bewohnern automatisch brennende Fragen auf. Zu Allererst natürlich die nach der gesundheitlichen Bedeutung der Schimmelpilze an der Wand. Überdies wird die Frage nach dem richtigen Umgang damit bei der Schimmelbeseitigung gestellt. Nicht zuletzt sind immer auch Informationen zur richtigen – besser ausgedrückt zur nachhaltigen – Schimmelbeseitigung gewünscht. Zunächst gibt es aber einen unheimlich großen Bedarf an einem adäquaten, dabei aber noch „bezahlbaren“ Schimmeltest zur Beurteilung der hygienischen und gesundheitlichen Relevanz eines Schimmelschadens. Handelt es sich um einen unbedenklichen Bagatellschaden? Wie beispielsweise häufig an schwarzen Fugen? Oder ist ein Schimmelbefall von hygienischer und gesundheitlicher Relevanz vorhanden?

Hier kommt der Schimmelpilztest zum Schimmel selbst testen ins Spiel.

Ist ein Schimmeltest zum selbst machen überhaupt zu empfehlen?

Ein Gutachter für Schimmel vor Ort zur Klärung der vorgenannten Punkte ist zum Leidwesen mit erheblichen Kosten verbunden. Ein Einsatz vom Gutachter für Schimmel, der den Schimmeltest durchführt, geht überdies letztendlich nicht nur generell an Klein- und Bagatellschäden wirtschaftlich völlig vorbei. Auch für Schimmelschäden mittlerer Größe (beispielsweise 30 x 30 cm) ist ein Gutachter mit einem Schimmelpilztest vor Ort vmeist nicht erforderlich. Ein Schimmeltest zum selbst machen demgegenüber leistet hier sehr gute Dienste, sofern er zum einen seriös konzipiert und überdies von einem Laien dabei auch bestimmungsgemäß angewendet werden kann. Dieser Beitrag informiert über den 2002 entwickelten und seitdem praxisbewährten Schimmeltest MYKOFUND zur orientierenden – mit anderen Worten – „vorgutachterlichen“ Prüfung eines Schimmelbefalls.

Wie funktioniert ein wissenschaftlich fundierter Schimmeltest?

Die im folgenden beschriebene Schimmelpilzmessung mit dem Schimmelpilztest ist inklusive Auswertung und Bericht in einem Schimmeltest-Kit enthalten. Sie ist für die Bemessung eines Raumes mittlerer Größe oder einer kleineren Wohnung ausgelegt. Eingehende Informationen zum Thema „Schimmelpilz-Nachweismethoden“ und „Schimmelpilztest“ finden Sie übrigens hier: https://www.advisan.net/testen-und-messen-von-schimmelpilzen/. Die Messstrategie dieses Schimmelpilztests bewährt sich 2017 im 15. Jahr!

1. Bemessung frischer Hausstäube im Schimmeltest

Zwei Tage vor der Durchführung des Schimmeltests sollte in dem zu prüfenden Raum eine glatte horizontale Oberfläche gut gesäubert werden. Die von Stäuben befreite Oberfläche testet man möglichst 48 h später mittels Abklatschbeprobung qualitativ (Pilz-Arten) und quantitativ (Pilz-Zahl) auf die Schimmelpilze. Die Geschwindigkeit der Verunreinigung der Testoberfläche durch Schimmelpilze (KBE/cm2 nach 48 h) und die Art der neu hinzugekommenen Schimmelbelastung erlauben eine erste Einschätzung der hygienischen Situation und der Spezieszusammensetzung in der Luft.

Der orientierende qualitative Schimmeltest mit Sedimentationsplatten, die man in turbulenzfreier Raumluft exponiert aufgstellt, stellt Auffälligkeiten im Schimmelpilzspektrum der aktuell vorhandenen Luftstäube fest. Zwei Platten setzt man zeitparallel und unter möglichst gleichen Umgebungsbedingungen in dem zu prüfenden Raum und einem zweiten, mutmaßlich nicht von Schimmelbefall betroffenen (Referenz-) Raum ein. Die Befunde dieses Schimmelpilztest Untersuchungsteils und die Ergebnisse der Untersuchung der 48 Stunden alten Frischstäube werden dann auf Übereinstimmung geprüft.

 

Teil 1 vom Schimmeltest
Teil 1 vom Schimmeltest: Teil 2 vom Schimmeltest:
Abklatschbeprobung abgelagerter Frischstäube Beprobung aktuell luftgetragener Hausstäube

 

2. Bemessung älterer Hausstäube im Schimmeltest

Mit einer Klebestreifen-Kontaktprobe prüft dieser Schimmelpilztest schließlich wenige Wochen alten Hausstaub mikroskopisch auf Auffälligkeiten und zählt die Sporen „befallstypischer“ Pilze aus. Dabei erfasst der Schimmeltest nicht nur die vitalen, das heißt die noch lebenden, sondern obendrein auch die bereits abgestorbenen Sporen und Zellen. Gerade bei älteren, abgetrocknetem Pilzbefall finden sich viele tote Sporen, die aber noch sensibilisierend wirken können. Siehe hierzu: https://www.advisan.net/schimmel-in-wohnung-schimmelpilze-und-gesundheit/. Die drei Probenteile des Schimmeltests zum Bereich „Hausstaub“ sichern sich gegenseitig ab. Dadurch macht der Schimmeltest eine Einschätzung möglich, ob in dem betreffenden Raum in letzter Zeit oder aktuell Schimmelpilze in die Luft freigesetzt wurden oder werden.

 

Teil 3 vom Schimmeltest: Teil 3 vom Schimmeltest:
Sporenbestimmung in abgelagertem Hausstaub

hier: Kontamination durch „befallstypische“ Pilze

Sporenbestimmung in abgelagertem Hausstaub

hier: nur Außenluft-typische Sporen nachweisbar

 

3. Prüfung von Befalls- und Verdachtsstellen im Schimmelpilztest

Zur Quellenidentifizierung nimmt man bei dem Schimmelpilztest nicht zuletzt von Verdachtsstellen für Schimmel bzw. von Befallsstellen zwei Abklatschproben und vergleicht die kultivierten Schimmelpilze mit den in im Hausstaub gefundenen Einheiten. Hierdurch zeigt sich, ob die Schimmelpilze in den Stäuben tatsächlich von Befallsstellen stammen können oder wahrscheinlich andere Quellen haben (z.B. Pflanzen, Abfälle, Außenluft).

 

Teil 4 vom Schimmelpilztest: Teil 4 vom Schimmelpilztest:
Abklatschmessung an der Wand Auswertungsschema für Abklatschproben

 

Pilzgattungen, Befallsstärke und Sporendichte an einer Bewuchs- bzw. Verdachtsstelle bestimmt der Schimmelpilztest letztendlich mittels eines weiteren Klebestreifenpräparats mikroskopisch. Bei dieser Analyse erfasst der Schimmeltest dann auch nicht anzüchtbare und abgestorbene Pilze an der Wand o.ä.. Das Erscheinungsbild der Pilzmyzelien im Mikroskop zeigt dem Schimmeltest an, ob es einen degenerierten / toten Altschaden oder demgegenüber eine aktive Schimmelpilzquelle gibt. Ebenso kann der Schimmelpilztest im Mikroskop feststellen, ob ein noch frühes Befallsstadium gegeben ist. Oder ob die Pilzkolonien vielleicht schon älter, weil mit Massen an Sporen besetzt sind und daher vermutlich bereits tiefer in den Untergrund eingewachsen sind.

 

Teil 5 vom Schimmeltest: Teil 5 vom Schimmeltest:
Tesafilm-Kontaktprobenahme von der Wand Mikroskopische Prüfung einer Verdachtsstelle

Mikroskopische Prüfungen

Bild oben: Unterschiedliche Entwicklungszustände von Schimmelpilzen im Schimmelpilztest,
hier auf feucht gehaltener  Tapete und dabei in Abhängigkeit von der
Bebrütungsdauer in Stunden – im Mikroskop sichtbar gemacht

 

Testinhalt und -umfang Schimmeltest zusammengefasst:

  • 2 Stück Petrischalen zur grob orientierenden Luftqualitätsprüfung
  • 1 Stück Abklatschprobe zur Prüfung auf Schimmelpilze im frischen Hausstaub
  • 1 Stück Klebefilm-Kontaktprobe zur Sporenqualifizierung im älteren Hausstaub
  • 2 Stück Abklatschproben zur Schimmelpilzfeststellung an Verdachts- und Befallsstellen
  • 1 Stück Klebefilm-Kontaktprobe zur mikroskopischen Prüfung einer Verdachts- und Befallsstelle
  • Handbuch zum Thema „Schimmel im Innenraum und Schimmelpilztest“
  • Gebrauchsanleitung zum Schimmelpilztest
  • schriftlicher Schimmeltets-Untersuchungsbericht mit Handlungsanweisungen

 

Anmerkung: Der Autor dieses Beitrags, Dr. Thomas Missel, ist promovierter Mikrobiologe (Schwerpunkt: Mykologie), bereits 20 Jahre in Hannover und Niedersachsen als Gutachter tätig und bei der IHK Hannover Öffentlich bestellt und vereidigt als Sachverständiger (seit 2006). Bestellungsgebiet bei der IHK ist: Schimmelpilze und Feuchtigkeit in Innenräumen.

Detailinformationen zu diesem Schimmelpilztest:

https://www.schimmelberatung-niedersachsen.de/informationsbeitrag-schimmelpilz-test/

Der Preis für den Schimmelpilztest MYKOFUND beträgt 76,90 Euro, dabei inklusive der Versandkosten zum Kunden und 19% MwSt.

Bestellung unter https://www.advisan.net/shop/