Anhand des folgenden "Bestimmungsschlüssels" können Sie selbst herausfinden, ob in Ihrer Wohnung

a) ein wahrscheinlich hygienisch relevanter Schimmelschaden,
b) ein kleinflächiger, hygienisch wahrscheinlich noch unbedeutender oder
c) ein vernachlässigbarer Bagatellschaden vorhanden ist.

Stellen Sie anhand des folgenden Scores fest, dass es sich um einen hygienisch relevanten Schimmelschaden handelt, haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Sehen Sie Bedarf an einer messtechnischen Bestandsaufnahme (z.B. Feststellung der Pilzspezies und der Art und des Ausmaßes der Verschmutzung der Innenräume durch Pilzsporen), können Sie einen Sachverständigen vor Ort kontaktieren
  • oder hier einen qualifizierten Schimmelpilztest zum selbst Durchführen bestellen.
  • Andernfalls übersenden Sie uns aussagekräftiges Bildmaterial (nicht mehr als 5 Bilder) an untenstehende Mailadresse. Wir kontaktieren Sie nach Sichtung des Bildmaterials telefonisch, teilen Ihnen unsere Einschätzung bezüglich der hygienischen Schadensrelevanz mit und beraten Sie eingehend über geeignete und angemessene Sofortmaßnahmen zur Beseitigung des Befalls und luftgängiger Pilzsporen.

Über diesen Test

Anhand des folgenden Entscheidungsbaums wird eingeschätzt, ob sich ein Schimmelschaden auf die hygienische Situation auswirken kann oder eher nicht. Im Wesentlichen wird versucht zu beurteilen, ob die betreffende Schimmelpilzquelle relevante, d. h. messbare Mengen an Sporen in die Raumluft abgibt oder nicht.

Gesundheitliche Aspekte (Beurteilung des individuellen Risikos durch die Pilze) sind nicht berücksichtigt. Die Relevanz eines Schimmelschadens misst sich immer auch an der Größe des Raumes, der den Schaden aufweist. Unser Flächenkriterium bezieht sich auf einen Wohnraum mittlerer Größe. Wenn mehrere Schimmelschäden in einer Wohnung vorhanden sind, ist der Schlüssel für jeden einzelnen Raum durchzuführen. Ist in einem Raum Befall an mehreren Stellen vorhanden, müssen die Befallsflächen addiert werden. Die in diesem Entscheidungsbaum aufgeführten Erstmaßnahmen zur Schimmelpilzbeseitigung sind keine Maßnahmen zur fachgerechten Schimmelpilzsanierung, sondern geeignet zur Reduzierung der Schimmelpilzquelle von einer (wahrscheinlich) hygienisch relevanten auf eine (wahrscheinlich) hygienisch irrelevante Quelle. Seriöse Empfehlungen zu einer fachgerechten und nachhaltigen Pilzbeseitigung sind ohne gesicherte Informationen zur genauen Schadensursache nicht möglich.

Bezüglich des wichtigen Kriteriums der Koloniefärbung ist zu beachten, dass es Mischformen gibt. So können sich auf einer von Anfang an olivgrün-bräunlich gefärbten (Cladosporium-) Befallsfläche mit der Zeit hellere, später grünlich-bläuliche (meist Aspergillus- und / oder Penicillium-Spezies) oder bis zuletzt weiße Pilzkolonien (oft Acremonium-Spezies) einstreuen. Außerdem ist zu bedenken, dass die Pigmentierung von Pilzkolonien mit dem Alter generell zunimmt, bis letztendlich Schwarzfärbung eintritt. Wenn Mischformen zwischen den Farbkategorien auftreten oder Sie in einer anderen Kategorisierung unsicher sind, wohin "Ihr" Schimmelschaden gehört, verfolgen Sie in dem Schlüssel bitte immer den Weg, der ein höheres Risiko implementiert. Dies gilt selbstverständlich auch für das Kriterium der Gesamtbefallsfläche.

Wischprobe

Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der hygienischen Relevanz eines Schimmelschadens ist - neben der Befallsfläche - die Menge an (potenziell) luftgängigen Sporen, die die Schimmelpilzkolonien tragen. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob noch eher eine vegetative "Pilzmyzel-Plaque" vorhanden ist oder der Pilzbefall nicht doch schon stark sporuliert, machen Sie eine Wischprobe mit einem weißen Zellstofftuch. Legen Sie ein Tuch um einem Finger und streichen Sie vorsichtig ohne zu reiben über die Pilzkolonie. Wenn nur wenig Verfärbung an dem Tuch festzustellen ist, wird der Pilzkolonie höchstwahrscheinlich auch eher wenig Pilzsporenbiomasse anhaften.

Hinweis zu Mischformen bei Schimmelpilzen

Durch unseren Schimmel-Check-Online lassen sich sicherlich nicht alle Schimmelschäden einschätzen, da es entsprechend den Schimmelursachen auch viele Mischformen in der Befallsausprägung gibt. Nach unserer Erfahrung werden sich etwa 75% der Fälle einer "Schimmelproblematik" in dem folgenden groben Schadensbewertungsschema wiederfinden. Eine große Schwierigkeit beim "Flächenkriterium" liegt in der Einschätzung der Befallsfläche bei sehr ungleichmäßig intensivem, fleckig ausgeprägtem Pilzbewuchs. Bei Unsicherheit sollte im Zweifel von der höheren "Relevanzkategorie" ausgegangen oder eine Direktschimmelberatung anhand Ihres Bildmaterials in Anspruch genommen werden.