Die Fragen, die sich Verbraucher im Regelfall zuerst stellen, sobald Schimmelpilzbefall in der Wohnung bemerkt wurde, sind die nach der gesundheitlichen Bedeutung der Schimmelpilzquelle und die nach der richtigen Bewerkstelligung der Pilzbeseitigung. Da Dosis-Wirkungs-Beziehungen bei Pilzexposition nicht bekannt sind, differenziert der sachverständige Mikrobiologe bei einer Schadensbewertung zwischen einer Schimmelpilzquelle, die die hygienische Situation messbar beeinträchtigt und einer Quelle, deren Sporenemissionen in der ständig vorhanden, von ubiquitären Quellen stammenden mikrobiellen Hintergrundbelastung des Wohnumfelds verschwindet (= Kleinschaden oder "hygienischer Bagatellschaden"). Die tägliche Verbraucherberatung in Sachen Schimmel zeigt, dass großer Bedarf an adäquaten und "bezahlbaren" Messinstrumenten zur Beurteilung der hygienischen Relevanz eines Schimmelschadens gegeben ist, die auch Informationen zur Pilzbeseitigung geben. Sachverständigendienstleistungen vor Ort sind allerdings stark kostenbehaftet, vor allem dann, wenn die außerordentlich hoch angesetzten "Messstandards" der umweltbehördlichen "Schimmel-Leitfäden" (UBA) zur Anwendung kommen sollen.

Das in den UBA-Leitfäden vorgeschlagene und heute weit verbreitet angewendete Flächenkriterium zur Bewertung der Schwere eines Schimmelschadens geht an der Praxis vielfach völlig vorbei. Eine seriöse Einschätzung der potenziellen Hygienerelevanz eines Schimmelschadens ist nur bei Kenntnis der vorhandenen Pilz-Spezies, der Befallsfläche, –dichte und –aktivität, der baulichen Gegebenheiten des schimmelgeschädigten Objekts sowie der Art und Dauer der Nutzung der betroffenen Räumlichkeiten möglich. Sachverständigenleistungen vor Ort zur Klärung dieser Punkte sind i.d.R. mit Kosten von mehreren hundert Euro verbunden und gehen letztendlich nicht nur an Klein- und Bagatellschäden, sondern vielfach auch an Schimmelschäden mittlerer Größe wirtschaftlich völlig vorbei. Selbst fundamentalwissenschaftlichen Ansprüchen nicht voll genügende Schimmelpilztests zum selbst durchführen könnten hier helfen, wenn sie als seriöse Beratungs-dienstleistung in Sachen Schimmel konzipiert und vom nicht in der Probenahme Geschulten auch entsprechend bestimmungsgemäß anwendbar sind.

Dieser Beitrag setzt sich mit den Möglichkeiten der weithin umstrittenen Verbraucher-Schimmeltests zur vorgutachterlichen Prüfung der Schimmelschadensrelevanz auseinander.

Schimmelpilze sind immer und überall vorhanden und reichern sich in jedem Haus im Laufe der Zeit im Hausstaub an, der ständig aufgewirbelt wird und die momentane lufthygienische Situation mehr oder weniger stark beeinflussen kann. Die Schimmelpilzbelastung außen ist jahreszeitlich großen Schwankungen unterworfen und die lüftungsbedingten Sporenimmissionen von außen nach innen damit ebenfalls. Nicht nur die kurzfristigen, auch die mittel- und langfristigen Varianzen der Schimmelpilzbelastungen eines Innenraumes sind daher beträchtlich. Die derzeitigen Leitlinien für Schimmelpilzmessungen in Innenräumen (UBA) sehen technische Luftmessungen mit Luftkeimsammlern als Messverfahren der Wahl an. Die zur Verfügung stehenden Luftkeimmessverfahren haben - verglichen z.B. mit Messverfahren für chemische Luftverunreinigungen - nur geringe Messgenauigkeiten aufzubieten. Die ausgeprägten zeitlichen Konzentrationsschwankungen, zu denen in großen Gebäuden bzw. in Gebäuden mit mehreren Räumen i.d.R. auch eine ausgeprägte räumliche Varianz hinzukommt, erschwert die Feststellung und Bewertung der Hygienesituation in einem Innenraum anhand von Luftmessungen außerordentlich.

Technische Raumluftmessungen stellen also Momentaufnahmen dar, die keine Aussage über die wahre Belastung im Wohnalltag liefern. Anhand der Ergebnisse von Luftkeimmessungen sind weder Aussagen über die Höhe der Raumluftbelastung in zurückliegender Zeit noch über deren künftige Entwicklung möglich. Aufgrund fehlender Dosis-Wirkungs-Beziehungen werden die aufwändig bestimmten Pilzkonzentrationen in der Luft (KBE/m3) letztendlich zu Erfahrungswerten von anderen Messungen in Beziehung gesetzt, allenfalls halbquantitativ „gefährdungsskaliert“, weshalb die Raumluftmessung in der guten Praxis vorzugsweise als Instrument zum qualitativen Nachweis (Feststellung der Pilz-Spezies / „befallstypischer“ Pilze) genutzt wird.

Für den erfahrenen Untersucher stellt die qualitative und quantitative Feststellung der Sporenbelastung im sedimentierten Hausstaub ein verlässliches und adäquates Instrument zur Beurteilung der innenraumhygienischen Situation dar. Bei der Analyse des Sporengehalts in frischen und älteren Hausstäuben ist mit überschaubarem Kostenaufwand relativ hoher Informationsgewinn erzielbar. Aufwändige technische Raumluftmessungen sind verzichtbar.

Bei einer erfahrungswertbasierten Betrachtung wird als "gesamthygienisch irrelevanter mikrobieller Schaden" ein Schimmelschaden eingestuft, bei dem ein Innenraum, der den zur Disposition stehenden mikrobiellen Schaden aufweist, lange und beliebig oft beprobt werden kann, ohne dass sich statistisch gesichert ein Unterschied der Luftbelastung zu diesem Raum, wäre er ohne diese Schimmelpilzquelle, feststellen ließe. Liegt demgegenüber ein Schaden mit "gesamthygienischer Relevanz" vor, bedeutet dies, dass der Schaden die Luftsporenkonzentrationen signifikant und somit "realmesstechnisch erfassbar" erhöht oder erhöhen wird. In letzterem Fall greift automatisch das Minimierungsgebot, was bedeutet, dass Maßnahmen zu ergreifen sind, die eine völlige Beseitigung der Schimmelpilzquellen vorsehen (i.d.R. möglich) oder zumindest eine Reduzierung der Schimmelpilzquelle auf eine "gesamthygienisch irrelevante" Quelle in Aussicht stellen (z.B. bei vielen Wasserschäden mit überfluteten Fußböden das Besterreichbare). Geringfügige "qualitative Einflüsse" (= Auswirkungen auf das detaillierte Schimmelpilzspektrum, wie z.B. 150 KBE Penicillium chrysogenum /m3 innen mehr als außen) können toleriert werden, sofern diese mikrobiellen Einflüsse gegenüber den "normalen" Hintergrundbelastungen im Innenraum kein erhöhtes gesundheitsgefährdendes Potenzial aufweisen (= Risikogruppe 1 - Mikroorganismen nach Biostoffverordnung u.a.).

Die Höhe des Risikos einer Gesundheitsbeeinträchtigung, das eine Schimmelpilzquelle im Innenraum birgt, wird - neben der persönlichen Disposition (Empfänglichkeit) - maßgeblich durch deren Art, Fläche und momentane Aktivität und Dichte bestimmt. Zur ersten Einschätzung der hygienischen Relevanz und des Risikos möglicher gesundheitlicher Wirkungen eines (mutmaßlichen) Schimmelpilzschadens werden folgende Informationen benötigt:

  • Handelt es sich überhaupt um Schimmelpilze oder um Verfärbungen oder Schmutz?
  • Welche Schimmelpilz-Spezies sind vorhanden?
  • Sind infektiöse Spezies oder besondere Toxinbildner dabei?
  • Handelt es sich um stark sporulierende Pilze oder um weniger kritische Gattungen / Biofilme?
  • Sporulieren die Schimmelpilze oder liegt ein vegetatives Frühstadium vor?
  • Handelt es sich um einen degenerierten Altschaden oder einen aktiven Befall?
  • Geben oder gaben die Befallsstellen Sporen in die Luft ab, sind Frisch- und / oder Altstäube bereits mit Sporen und Zellen belastet?
  • Sind besondere Sicherungsmaßnahmen zur Schimmelbeseitigung erforderlich?

Schimmelpilztests zum selbst machen werden in großer Zahl angeboten, sie beinhalten überwiegend aber sehr zu hinterfragende Mess- und Bewertungsmethoden. Der Großteil dieser Tests sieht ausschließlich „Luftmessungen“ mit Sedimentationsplatten vor und verzichtet vollständig auf den Versuch einer Zuordnung der gegebenenfalls im Wohnraum nachgewiesenen Schimmelpilze zu einer Quelle. Es ist allgemein bekannt, dass mit Sedimentationsplattenmessungen im wesentlichen qualitative, bestenfalls halbquantitative Nachweise möglich sind, die keine gesicherte Aussage über die Höhe einer Luftbelastung zulassen. Zu bemängeln ist bei zahlreichen Schimmelpilz-Selbsttests darüber hinaus, dass bereits das Vorhandensein von Schimmelpilz-Spezies / -Gattungen, die immer wieder auch auf Befallsstellen angetroffen werden können und deshalb landläufig als „befallstypisch“ gelten, als akute Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilzfreisetzungen von Befallsstellen gewertet wird. Es wird außer Acht gelassen, dass der Großteil der „befallstypischen“ Schimmelpilze als Pflanzenmaterialzerstörer, Bodenorganismen und Lebensmittelverderber im Lebensumfeld des Menschen immer und überall vorkommen. Es ist daher festzustellen, dass Verbraucher durch Schimmeltests mehr verunsichert werden können, als dass ein Mehrwert erzielt wird, so dass Schimmelpilztests in Fachkreisen in starken Verruf geraten sind.
Die Anfragenbearbeitung unseres Instituts hat gezeigt, dass ein bedeutender Teil der Klienten mit einem Schimmelpilzproblem das Honorar für eine sachverständige Feststellung und gesundheitliche Bewertung des Schimmelschadens nicht aufbringen will bzw. nicht aufzubringen vermag. Diese Erfahrung war Anlass, eine „verpackte“ Gutachterdienstleistung zur Gefährdungsbeurteilung in Sachen Schimmel zu entwickeln, deren Messstrategie auf die Beantwortung der unter Kapitel 4 genannten Fragestellungen ausgerichtet ist. Die im folgenden beschriebene Schimmelpilzprobenahme ist inklusive Auswertung und Bericht in einem Schimmeltest-Kit enthalten und für die Bemessung eines Raumes mittlerer Größe oder einer kleineren Wohnung ausgelegt:

Zwei Tage vor der Durchführung der Beprobung muss in dem zu untersuchenden Raum eine horizontale Möbeloberfläche gut gesäubert werden. Die von Stäuben befreite Oberfläche wird nach 48 h mittels Abklatschbeprobung qualitativ und quantitativ auf ihre Schimmelpilzbelastung untersucht. Die Geschwindigkeit der Kontamination der Testoberfläche durch Schimmelpilze (KBE/cm2 nach 48 h) und die Art der neu hinzugekommenen Pilzbelastung erlauben eine erste Einschätzung der hygienischen Situation und der Spezieszusammensetzung in der Luft. Orientierende qualitative Schimmelpilznachweise mit Sedimentationsplatten, die in turbulenzfreier Raumluft exponiert aufgestellt werden, werden Auffälligkeiten im Schimmelpilzspektrum der aktuell vorhandenen Luftstäube festgestellt. Zwei Platten werden zeitparallel und unter möglichst gleichen Umgebungsbedingungen in dem zu prüfenden Raum und einem zweiten, mutmaßlich nicht von Schimmelbefall betroffenen (Referenz-) Raum aufgestellt. Die Befunde dieses Untersuchungsteils und die Ergebnisse der Untersuchung der 48 Stunden alten Frischstäube werden auf Übereinstimmung geprüft. Mit einer Klebestreifen-Kontaktprobe wird wenige Wochen alter Hausstaub mikroskopisch auf Auffälligkeiten untersucht und die Sporen „befallstypischer“ Pilze ausgezählt. Lebende und abgestorbene Sporen und Zellen werden hierbei erfasst. Die drei Probenteile zum Bereich „Staub“ erlauben durch gegenseitige Absicherung eine Einschätzung, ob in dem betreffenden Raum in letzter Zeit oder aktuell Schimmelpilze freigesetzt wurden oder werden.

Zur Quellenidentifizierung werden von Schimmelverdachtsstellen bzw. von Befallsstellen zwei Abklatschproben genommen und die kultivierten Schimmelpilze mit den in den Stäuben gefundenen Einheiten verglichen. Dies zeigt, ob die Pilze in den Stäuben tatsächlich von Befallsstellen stammen können oder wahrscheinlich andere Quellen haben (z.B. Pflanzen, Abfälle, Außenluft). Pilzgattungen, Befallsstärke und Sporendichte an einer Bewuchs- bzw. Verdachtsstelle werden mittels eines weiteren Klebestreifenpräparats mikroskopisch ermittelt. Bei dieser Analyse werden auch nicht anzüchtbare und abgestorbene Pilze erfasst. Das Erscheinungsbild der Pilzmyzelien im Mikroskop zeigt, ob es ein degenerierter Altschaden oder eine aktive Schimmelpilzquelle vorliegt. Ebenso kann festgestellt werden, ob ein noch frühes Befallsstadium gegeben ist oder die Pilzkolonien älter und mit Massen an Sporen besetzt und daher vermutlich bereits tiefer in den Untergrund eingewachsen sind.

Testinhalt und -umfang des Schimmeltests zusammengefasst:

  • 2 Stück Petrischalen zur grob orientierenden Luftqualitätsprüfung
  • 1 Stück Abklatschprobe zur Prüfung auf Schimmelpilze im frischen Hausstaub
  • 1 Stück Klebefilm-Kontaktprobe zur Sporenqualifizierung im älteren Hausstaub
  • 2 Stück Abklatschproben zur Schimmelpilzfeststellung an Verdachts- und Befallsstellen
  • 1 Stück Klebefilm-Kontaktprobe zur mikroskopischen Prüfung einer Verdachts- und Befallsstelle
  • Handbuch zum Thema "Schimmel im Innenraum"
  • Gebrauchsanleitung
  • schriftlicher Untersuchungsbericht mit Handlungsanweisungen

Der Preis für den Schimmelpilztest MYKOFUND beträgt 76,90 Euro inklusive der Versandkosten zum Kunden und 19% MwSt.

Zur Darstellung der mit MYKOFUND erzielten Ergebnisse werden die Untersuchungsbefunde in 5 Kategorien eingeteilt wie folgt.

Kategorie 0: keine Schimmelpilzquelle vorhanden
Kategorie 1: kein Pilzbefall am Bauteil vorhanden oder nicht zuweisbare mikrobielle Verschmutzung der Hausstäube nachweisbar
Kategorie 2: Schimmelpilzbefall am Bauteil vorhanden, Frisch- und Altstäube sind nicht auffällig sporenbelastet (gesamthygienische Relevanz nicht gegeben)
Kategorie 3: Schimmelpilzbefall vorhanden, Frisch- und / oder Altstäube sind mäßig hoch sporenbelastet (gesamthygienische Relevanz gegeben)
Kategorie 4: Schimmelpilzbefall vorhanden, Frisch- und / oder Altstäubesind hoch sporenbelastet (Gesundheitsgefährdung möglich)

Die Auswertung der Fallzahlen innerhalb der 5 „Schadenskategorien“ letzten 10 Jahre mit dem Schimmelpilztest ergibt folgendes:

fallzahlen_befundkategorien

In 1/3 (33%) der Fälle kein Schimmelpilzbefall vorhanden war. Die größte Gruppe stellt mit knapp 37% der Schimmelpilzschaden, der (noch) keinen messbaren Einfluss auf die Raumlufthygiene hat (Frisch- und Altstäube nicht auffällig belastet). Lediglich bei 29% der mit dem Schimmelpilz-Selbsttest bemessenen Schimmelschäden handelte es sich um größere und / oder länger bestehende Schäden, bei denen eine Inaugenscheinnahme und Risikobewertung durch einen Sachverständigen angeraten werden könnte (Kategorien 3 + 4).

Die relativ hohen Fallzahlen, bei denen kein oder lediglich kleinflächiger und / oder jüngerer Schimmelpilzbefall nachweisbar war ("gesamthygienische Relevanz" nicht feststellbar), verdeutlichen den reellen Bedarf an kostenoptimierten Schimmelpilzuntersuchungen zur Feststellung, ob entweder

a) relevanter Schimmelpilzbefall vorhanden ist, der eine fachgerechte Gefährdungsbeurteilung erfordert,

oder

b) es sich um (unbegründete) Verdachtsmomente, nicht mikrobiell bedingte Verfärbungen oder unbedeutende, leicht wieder zu beseitigende Klein- oder Bagatellschäden handelt.

33% unserer bisherigen Kunden, die sich für eine orientierende Schimmelpilz-Voruntersuchung mit einem Schimmelpilztest entschieden, konnten reell unnötige Kosten für Sachverständigendienstleistungen einsparen, da tatsächlich kein Schimmelpilzbefall vorhanden war. Auch für den mit knapp unter 40% Häufigkeit größten Teil der Fälle, bei denen Schimmelpilzbefall zwar nachweisbar war, es sich aber um weniger bedenkliche Klein-, Alt- oder Frühschäden handelte, dürfte eine Schimmelbeseitigung anhand der in der einschlägigen Literatur verfügbaren Maßnahmenempfehlungen möglich gewesen sein, ohne aufwändige und kostenbehaftete Sachverständigendienstleistungen vor Ort in Anspruch nehmen zu müssen.